Der Begriff „Greenwashing“ wird dir sicher bereits zu Ohren gekommen sein. Oft weiß man allerdings gar nicht genau, was man sich darunter vorstellen soll, was „Greenwashing“ ist, wie es funktioniert, und vor allem, woran man es erkennt!

In diesem Blogartikel wollen wir dir das Phänomen des Greenwashings etwas genauer erläutern und dir hilfreiche Definitionen sowie Beispiele an die Hand geben, damit du Greenwashing in Zukunft leichter durchschauen kannst. Es ist oft schwer, zu beurteilen, ob ein Unternehmen tatsächlich nachhaltig und im Sinne der Umwelt handelt oder alles nur reine Marketingstrategie ist.

 

Greenwashing: Definition und Bedeutung

„Greenwashing bezeichnet den Versuch von Organisationen, durch Kommunikation, Marketing und Einzelmaßnahmen ein ‚grünes Image‘ zu erlangen, ohne entsprechende Maßnahmen im operativen Geschäft systematisch verankert zu haben.“[1]

Der Begriff wird nicht nur für die suggerierte Umweltfreundlichkeit eines Unternehmens oder Produkts verwendet, sondern auch für die suggerierte gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens (Corporate Social Responsibility).

Wörtlich lässt sich der Begriff „Greenwashing“ mit „grünwaschen“ oder „grünfärben“ übersetzen. Unternehmen waschen sich rein- bzw. ihre Produkte grün, indem sie sich bzw. ihre Produkte als umweltfreundlich darstellen, obwohl sie es nicht sind, da das Unternehmen in Wirklichkeit nicht entsprechend handelt.

Beim sogenannten „Greenwashing“ geht es, kurz gesagt, mehr um Schein als Sein: Unternehmen stellen sich umweltbewusster und -freundlicher dar als sie es in Wirklichkeit sind. Und das mit Erfolg - denn eine nachhaltige, umweltfreundliche Lebensweise sowie damit verbundene Produkte sind gefragter denn je und wie Goethe es einst so schön sagte: „Die Welt urteilt nach dem Scheine“.

 

Gründe für Greenwashing

Das liegt vor allem daran, dass es für Unternehmen günstiger ist, „grüne“ Marketingkampagnen zu finanzieren als wirklich so produzieren zu lassen, wie sie es den Kund:innen suggerieren. Darüber hinaus verdienen die Unternehmen auch mehr mit den vermeintlich grünen Produkten, da sie diese aufgrund der bereits erwähnten hohen Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten höherpreisig ansetzen können.

Durch die zunehmende Bedeutung der Themen Klima- und Umweltschutz bei den Konsument:innen, steigt auch die Anzahl an Unternehmen, die mit vermeintlich nachhaltigen bzw. umweltfreundlichen Produkten werben. Wenn man sich diese Produkte allerdings genauer anschaut oder ein wenig recherchiert, dann fällt auf, dass es so etwas wie nachhaltiges Palmöl beispielsweise überhaupt nicht gibt.

Auch Bio-Baumwolle ist nicht mehr umweltfreundlich, wenn sie tonnenweise hergestellt und wieder entsorgt wird (#fastfashion). Ganz im Gegenteil – es belastet die Umwelt enorm. Nicht umsonst steht die Textilindustrie weit oben auf der Liste der CO2-Produzenten. Sie produziert mehr CO2 als der Flug- und Schiffverkehr zusammen, und zwar ganze 1,2 Milliarden Tonnen pro Jahr.[2]

Ein großes Problem ist auch die fehlende Nachvollziehbarkeit von Produktions- bzw. Lieferketten. Ohne diese kann nicht garantiert werden, dass Unternehmen ihre Produkte unter Einhaltung von Umweltstandards und Menschenrechten herstellen lassen.

Die Unternehmen möchten durch Greenwashing bei den Kunden punkten. Der Kunde kauft am Ende aber nicht das, was ihm versprochen wurde. Das nennt man Etikettenschwindel.

 

Greenwashing Beispiele

Da Klimaschutz ein großes und aktuelles Thema ist, bedienen sich viele Unternehmen sogenannter Klima- bzw. Umwelt-Argumente. In Werbeanzeigen stellen sie ihre Produkte als klimafreundlich, -schonend oder -neutral dar. Hier sollte man ganz genau hinsehen, ob sich Produkt und Argument nicht widersprechen oder gar ausschließen bzw. ob das Produkt an sich überhaupt klimafreundlich ist oder es je war.

Konkrete Beispiele für Greenwashing-Werbung mit Umwelt-Argumenten sind z.B. Werbesprüche wie „Gas geben mit gutem Gewissen“ für ein neues Automodell oder „umweltfreundlich fernsehen“ für ein neues Fernsehmodell. Weder Autos noch Fernseher waren und sind wirklich umweltfreundlich.

Die Begriffe, die für solche Klima- bzw. Umwelt-Argumente verwendet werden (klimafreundlich, -neutral, -schonend, uvm.), sind keine geschützten Begriffe und können dementsprechend von allen Unternehmen verwendet bzw. kreativ eingesetzt werden.

Des Weiteren gibt es noch die sogenannte „Werbung mit Selbstverständlichkeit“. Hier wird bei einem Produkt ein nachhaltiges Merkmal hervorgehoben, das längst gesetzlich vorgeschrieben oder gar selbstverständlich ist. So selbstverständlich wie glutenfreies Wasser.

 

Wie erkenne ich Greenwashing?

Wie bereits erwähnt, kann genaueres Hinsehen und Hinterfragen schon weiterhelfen: Wurden hier einfach nur schöne Worte bzw. Umwelt-Argumente eingesetzt oder leistet das Produkt tatsächlich einen konkreten Beitrag zum Schutz unserer Umwelt bzw. mehr Nachhaltigkeit in dieser Welt?

Achte bei Symbolen bzw. vermeintlichen Labeln, Siegeln oder Zertifikaten darauf, ob es sich um solche handelt, die von unabhängigen Stellen geprüft werden, wie z.B. der blaue Engel oder GOTS. Viele Unternehmen erfinden ihre eigenen Siegel für soziale oder ökologische Standards bzw. Besonderheiten, die zwar gut klingen, aber nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden können.

Schau dir die tatsächlichen Verbrauchswerte eines Produkts an, wie z.B. den Energieverbrauch. Daran kannst du erkennen, ob ein Produkt wirklich umweltschonend bzw. „grün“ ist.

Ein Produkt kann zwar selbst klimafreundlich sein, es muss aber nicht unbedingt auch klimafreundlich hergestellt worden sein. Versuche also auch auf die Herkunft eines Produkts zu achten oder mehr über diese in Erfahrung zu bringen. Ein Produkt, das wirklich umweltfreundlich ist, wurde auch unter entsprechenden umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt!

Versuche, prinzipiell darauf zu achten, genauer hinzusehen, wenn ein Unternehmen für sich oder ein Produkt mit Umweltfreundlichkeit wirbt, denn das muss nicht immer der Wahrheit entsprechen. Prüfe lieber nach, so gut es geht - damit bist du auf der sicheren Seite.

 

Green Purpose 

Es gibt auch Unternehmen, die im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz tatsächlich etwas bewirken wollen. In diesen Unternehmen wird das Thema Nachhaltigkeit von innen heraus gesteuert und initiiert – nicht ausschließlich von der Marketing- oder Vertriebsabteilung.

Diese Unternehmen legen Produktions- bzw. Lieferketten offen und sind auch sehr transparent, was die verwendeten Materialien und der konkrete Beitrag des Unternehmens und Produkts zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz betrifft. Bei diesen Unternehmen und ihren Produkten kann man im wahrsten Sinne des Wortes grünes Licht geben.

PLANETICS zählt ebenfalls zu diesen Unternehmen. Es wurde sogar nur aus diesem einen Grund gegründet: Mehr Nachhaltigkeit in den Sport und die Sportindustrie zu bringen. 💚 Und auf unserem Marktplatz vereinen wir noch viele weitere solcher Unternehmen. 💚 Bei der Auswahl achten wir darauf, dass die Marken unsere strengen Kriterien erfüllen, damit wir dir wirklich ausschließlich nachhaltige und fair produzierte Produkte anbieten können. Zu diesen Kriterien zählen Transparenz in der gesamten Herstellungskette sowie die Einhaltung von fairen Arbeitsbedingungen und die Verwendung nachhaltiger Materialien. 

Die Vielzahl an Siegeln und Symbolen überfordert viele Konsument:innen. Wir übernehmen die Arbeit und finden die wirklich nachhaltigen und fairen Produkte, die du suchst. Damit erleichtern wir nachhaltiges Einkaufen und tun unserer (Um-)Welt einen Gefallen.

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Jetzt solltest du den Durchblick beim Thema "Greenwashing" haben und solche Fälle in Zukunft schnell durchschauen 😎


Dein PLANETICS Team 💚🌎

 

Quellen:

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/greenwashing-17468053.html

https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/greenwashing-51592#definition

https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/umwelt-haushalt/nachhaltigkeit/greenwashing-immer-mehr-firmen-geben-ihren-produkten-ein-gruenes-image-10644

https://www.duh.de/themen/verbraucher/verbrauchertaeuschung/greenwashing/

https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/greenwashing-weltrettung-als-profitables-geschaeft,SwGlqSY

https://www.quarks.de/umwelt/klimawandel/darum-ist-greenwashing-ein-problem/

 

[1] https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/greenwashing-51592#definition (Gabler Wirtschaftslexikon).

[2] https://www.focus.de/perspektiven/entwicklung-foerdern-klima-schuetzen/nachhaltigkeit-mode-wahnsinn-zerstoert-umwelt-wie-wir-das-aendern_id_10964545.html